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In der Sitzung vom 10.03.2010 beschäftigte sich der Gemeinderat mit dem künftigen Bezug von Strom für den städtischen Bedarf. Bisher bezieht die Stadt ihren Strom von der EnBW als Strommix aus den Quellen  Kernkraft (46,5%),  fossile Energieträger (32,1%) und erneuerbare Energien (21,4%).  Der Ausschus für Technik, Umwelt und Straßenverkehr (ATUS) hatte zuvor einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit 8 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gebilligt. Dieser Antrag sieht vor, bei der Neuausschreibung für die Beschaffung des kommunalen Strombedarfs ab 2011 100% Ökostrom mit Neuanlagenquote auszuschreiben

Auf Antrag von Stadtrat Kuppinger (FW) kam dieser Beschluss im Gesamtgremium am 10.03.2010 nochmals auf die Tagesordnung.

Die Debatte wurde kontrovers und emotional geführt, was angesichts der Bedeutung des Themas nicht verwunderlich ist und weil davon ausgegangen werden muss, dass Ökostrom teurer zu beziehen sein wird als der konventionelle Strommix. Eine  Umstellung wird also aller Voraussicht nach mit Mehrkosten verbunden sein. In welchem Umfang, wird das Ergebnis der Ausschreibung zeigen. Die entsprechenden finanziellen Mittel wären im Haushalt 2011 bereitzustellen.

Insoweit war eine Abwägung zu treffen: Sind wir bereit, ein zukunftsweisendes Energiekonzept zu unterstützen, selbst wenn damit  wahrscheinlich Mehrkosten aufzubringen sein werden. Oder tragen wir der angespannten Haushaltslage Rechnung und bleiben beim konventionellen Strommix und erhöhen dort evtl. den Ökostromanteil.

Diese Entscheidung muss jeder persönlich für sich treffen. Ich habe für 100% Ökostrom mit Neuanlagenquote gestimmt,  weil

  • mir die konventionelle Energieerzeugung nicht zukunftsfähig erscheint und ich die Kernkraft als Brückentechnologie ansehe
  • ich demgegenüber den Ausbau alternativer Energien für unbedingt förderungswürdig ansehe
  • Deutschland bei der Erschließung alternativer Energiequellen eine wichtige Chance hat, technologische Spitzenleistungen zu entwickeln und zu verkaufen
  • eine Kommune wie die Stadt Böblingen eine Vorreiterrolle auch mit Blick auf eine Vorbildfunktion für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt einnehmen muss.

Aus den genannten Gründen habe ich den Antrag, zukünftig den städtischen Strombedarf aus 100%  Ökostrom mit Neuanlagenquote zu beziehen, zugestimmt. Es kann nicht das Ziel sein, die damit verbundenen Mehrausgaben über Schulden zu finanzieren. Ich bin mir sicher, dass es gelingt,  z.B. über Einsparungen beim Strombedarf eine Gegenfinanzierung zu erreichen.

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