In Ihrer Ausgabe vom 09.08.2010 befasst sich die SZ/BZ ausführlich mit dem Wechsel an der Spitze der CDU-Fraktion im Böblinger Gemeinderat.
Meine Antworten auf die Fragen von Chefredakteur Hans-Jörg Zürn:
Was waren Gründe dafür, dass die CDU den Fraktionsvorsitzen im Böblinger Gemeinderat gewechselt hat?
Eine breite Mehrheit in der Fraktion war der Auffassung, dass nur durch diesen Wechsel der Weg hin zur Sacharbeit wieder möglich wird, weg von der Beschäftigung der Fraktion mit sich selbst.
Wie ist es um die CDU-Fraktion bestellt? Immerhin hat sie in stark einem Jahr jetzt schon den dritten Fraktions-Chef gewählt.
Um die CDU muss man sich keine Sorgen machen. Wir haben hervorragende Mitglieder in unseren Reihen, die bereit sind, an der konzeptionellen und inhaltlichen Arbeit mitzuwirken.
Ihre Vorgängerin und Stadträtin Elke Döbele liebäugelt mit einem Austritt aus der CDU. Wie wollen Sie die offensichtlich vorhandenen Gräben in der Fraktion zuschütten und Brücken bauen?
Ich bin sehr dafür, dass Elke Döbele Mitglied unserer Fraktion bleibt. Sie gehört zu den erfahrendsten Stadträten und ist Expertin für wichtige Themen im sozialen Bereich. Allerdings muss sie vor allem selbst ihr Verhältnis zur Fraktion klären und zu einer persönlichen Entscheidung kommen. Das muss rasch geschehen.
Sie sitzen selbst erst seit gut einem Jahr im Gemeinderat der Stadt Böblingen und sind jetzt schon Fraktionsführer. Ein steiler Aufstieg, welche Ambitionen haben Sie für Ihre politische Arbeit?
Es geht mir nicht um persönliche Ambitionen. Vielmehr kommt es jetzt darauf an, in der Fraktion Verantwortung zu übernehmen und dabei meine beruflichen Führungserfahrungen beim Leiten und Gestalten einer Schule in das neue Amt einzubringen. Ich bin ganz zuversichtlich, dass das gelingen kann.
Wie gehen Sie die Aufgabe an, was ist Ihnen wichtig?
Die Arbeit innerhalb der Fraktion ist für mich in erster Linie Arbeit im Team. Unsere Fraktionsmitglieder stehen für unterschiedliche Themenbereiche. Deren Kompetenzen gilt es zu nutzen. Aber auch die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen ist mir wichtig. Das war in der Vergangenheit im Böblinger Gemeinderat gute Praxis und soll auch in Zukunft so sein.
Was sind für Sie zentrale Themen in der Kommunalpolitik, die Sie mit der CDU-Fraktion voranbringen wollen?
Zentrale Themen sind für mich die Stadtentwicklung auf dem Flugfeld und rund um die Bahnhofstraßen und den alten Busbahnhof. In finanzieller Hinsicht stellt uns die Betreuung der unter und der über Dreijährigen vor große Herausforderungen. Schließlich werden wir schon bald nach der Sommerpause bei der zukünftigen Energieversorgung der Stadt eine Richtungsentscheidung zu treffen haben, wenn die Konzessionsverträge auslaufen. Auch beim Erhalt der städtischen Gebäude, zu denen ja auch die Schulen gehören, werden kreative Lösungen auch bei klammen Kassen gefragt sein.
Wie sehen Sie die Verbindung von Kommunalpolitik und Parteipolitik?
Kommunalpolitik ist unmittelbarer an Sachthemen orientiert, fraktionsübergreifendes Arbeiten stärker ausgeprägt. Trotzdem haben alle Mitglieder unserer Fraktion auf der CDU-Liste kandidiert. Und wo CDU draufsteht, sollte auch CDU drin sein. Die Abstimmung mit dem CDU-Stadt- und Kreisverbad ist mir deshalb wichtig.
Wie sehen Sie die Zukunft der Stadt Böblingen, wie soll sich die Stadt positionieren, wo sind offene Baustellen und was sind Pluspunkte?
Wir müssen es schaffen, das, was Böblingen auszeichnet, auch positiv zu kommunizieren. Deshalb ist es richtig, wenn OB Lützner jetzt daran geht, Böblingen als Marke zu entwickeln und zu etablieren. Böblingen als High-Tech-Standort mit attraktivem Kultur-, Freizeit- und Einkaufsangebot, einem sehr guten Bildungsangebot, das muss noch bekannter werden und daran müssen wir auch zukünftig noch weiter arbeiten. Wenn wir Klarheit über die Marke Böblingen haben, kann es sich lohnen, das Thema Städtefusion mit Sindelfingen intensiver zu diskutieren. Ich sehe das aber klar als mittel- bis langfristiges Thema.
